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23.03.2026

Die Gefühle sind nicht das Problem

Viele Eltern erleben im Alltag Situationen, in denen die Gefühle ihres Kindes sehr groß werden.
Da sind dann Wut, Frust, Traurigkeit oder Enttäuschung und diese können plötzlich ziemlich viel Raum einnehmen.
Vielleicht weil etwas nicht klappt, weil ein Wunsch unerfüllt bleibt, oder weil ein Übergang gerade schwerfällt.

In solchen Momenten entsteht bei den Eltern leicht der Eindruck, dass diese Gefühle selbst das Problem sind und der Wunsch, dass sie möglichst schnell verschwinden sollten.

Doch Gefühle gehören zum menschlichen Erleben dazu – auch die unangenehmen.

Für Kinder sind sie oft noch schwer einzuordnen. Sie reagieren unmittelbar und mitunter sehr intensiv, während die Fähigkeiten, Gefühle zu regulieren oder in Worte zu fassen, sich erst nach und nach entwickeln.

Was wir dann sehen, ist nicht einfach „zu viel Gefühl“, sondern ein Kind, das gerade versucht, mit innerer Spannung umzugehen.

Häufig liegt die Herausforderung deshalb weniger darin, das Gefühl zu stoppen, sondern darin, einen sicheren Rahmen dafür zu halten (oft gar nicht so leicht, wenn die Eltern in ihrer eigenen Biografie diesen Rahmen nicht erleben durften und keine eigenen Erfahrungen darin machen konnten).

Wenn Gefühle da sein dürfen, sie benannt werden, ohne sofort bewertet oder korrigiert zu werden, entsteht etwas Wichtiges: Kinder erleben, dass ihre inneren Zustände gesehen und ernst genommen werden und dass sie damit nicht allein sind. Auch das ist ein Teil von Co-Regulation.

Die großen Gefühle verschwinden dadurch nicht sofort, aber sie lassen sich besser einordnen und werden verständlicher – für Kinder und für Erwachsene.



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